Zinnowitz

Zinnowitz liegt im Norden Usedoms am nördlichen Ende einer etwa ein bis zwei Kilometer breiten Landzunge zwischen Achterwasser und Pommerscher Bucht. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Zempin, Lütow, Krummin, Mölschow und Trassenheide.

Zwischen Strand und den ersten Gebäuden befindet sich die Küste entlang eine Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehaltene, landschaftlich gestaltete Strandpromenade. Beginnend am Komplex des Meerwasserhallenbads verläuft sie am Hotel Baltic vorbei in südwestliche Richtung. Im Zentrum befindet sich der zentrale Zugang zum Strand und zur Seebrücke Zinnowitz mit Tauchgondel. Daneben befindet sich eine Freiluftbühne auch Konzertmuschel genannt. Bis zum Ende der Promenade werden mehrere, aufwändig rekonstruierte Villen in Bäderarchitektur passiert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

* Heimatmuseum Zinnowitz
* Ostseebühne Zinnowitz mit 1300 Sitzplätzen und alljährlicher Schauplatz der Vineta-Festspiele
* Kirche Zinnowitz, evangelische Kirche, erbaut 1894/95 (Konzerte und andere Veranstaltungen im Sommer)

Erstmals wurde Zinnowitz 1309 in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Bogislaw IV. an das Kloster Krummin erwähnt – damals noch unter dem Namen Tzys. Als das Kloster im Jahre 1563 aufgelöst wurde, ging die Domäne Tzys wieder in den Besitz des Herzogs über. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gehörte die Insel Usedom zu Schwedisch-Pommern. Der alte, wendische Namen Tzys wurde in Zitz geändert. Nach dem Frieden von Stockholm kam die Domäne Zitz 1720 in preußische Hände und wurde 1751 im Zuge der Neugestaltung der königlichen Domäne in Zinnowitz umbenannt. 1810 wurde die preußische Domäne Zinnowitz im Rahmen der Stein-Hardenbergschen Reformen parzelliert, woraus das Dorf Zinnowitz entstand . Da der preußische Staat infolge der Napoleonischen Kriege in Finanznöte geraten war, verkaufte er das 1.800 Morgen Land umfassende Restgut Zinnowitz am 16. September 1811 für 14.300 Taler an den Geheimen Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Krause[4], einen Kaufmann und Reeder in Swinemünde. Nachdem sich dieser vergeblich bemüht hatte, einen Pächter für die sandige Domäne zu finden, verkaufte er den Gutsbetrieb am 11. Juni 1818 in 29 Parzellen zum Gesamtpreis von 18.000 Talern an Kolonisten und Fischer.

Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Zinnowitz zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.

Der nächste große Schritt für Zinnowitz folgte am 16. Juni 1851, als der offizielle Badebetrieb erlaubt wurde. 1904 wurde eine hölzerne Seebrücke errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte ihr die Witterung stark zu, sie wurde wenig gepflegt und verfiel schließlich. 1993 wurde eine neue Brücke als Beton–Stahl-Holzkonstruktion fertig gestellt. Das historische Brückenhaus wurde dabei nicht wiederhergestellt.

Nach 1938 wurde der normale Torismusbetrieb des Ortes für lange Zeit unterbrochen: Das Sperrgebiet der neugegründeten Heeresversuchsanstalt Peenemünde umfasste auch Zinnowitz. Im Wald zwischen Zinnowitz und Zempin sind noch einige Überreste von Startstellen zur Erprobung der V1 vorhanden, die zwischen 1943 und 1945 in Betrieb waren. In der DDR war Zinnowitz der wichtigste Badeort für den Feriendienst der SDAG Wismut, der sich in der Aktion Rose 1953 durch Enteignungen zahlreiche Hotels, Ferienheime und Villen einverleibte. Mitte der 70er Jahre wurde für die Arbeiter der Wismut AG am nördlichen Ortsrand das Ferienheim „Roter Oktober“ errichtet, welches heute „Hotel Baltic“ heißt und das größte Hotel auf Usedom ist.

Im Jahr 1993 wurde die neugestaltete Strandpromenade ihrer Bestimmung übergeben. 1997 fanden erstmalig Vineta-Festspiele auf der Freilichtbühne in Zinnowitz statt.

Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg, welcher 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock aufging. Seit dem Jahr 1990 gehört die Gemeinde zum Land Mecklenburg-Vorpommern und seit 1994 zum Landkreis Ostvorpommern.

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